Glossar

Klebebinder

Maschine zum Klebebinden von Büchern und Broschuren. Klebebinder gibt es in unterschiedlichen Größen und Automatisierungsgraden. Entsprechend der Bewegungsrichtung der Produkte unterscheidet man drei Arten von Klebebindern: Schlittenmaschinen, Rundläufer, Ovalläufer. Hochleistungs-Klebebinder sind immer Ovalläufer. Sie lassen sich in Fließstrecken einbauen, also mit Zusammentragmaschine und Dreimesserautomat verbinden, so dass der Buchblock durchgehend automatisiert gefertigt werden kann. Im Klebebinder durchläuft das Produkt folgende Arbeitsstationen: Der zusammengetragene Buchblock wird von einer Zange gegriffen und durch die einzelnen Stationen geführt. Zunächst wird der Rücken mit sehr schnell rotierenden, kreisförmigen Werkzeugen abgefräst. Dabei werden die einzelnen Blätter der Falzbogen im Bund frei gelegt, die Rückenfläche zusätzlich aufgeraut und anschließend durch Bürsten und Absaugung vom Papierstaub gereinigt. Der so vorbereitete Buchblock wird durch das Leimwerk geführt. Hier wird mit Walzen zunächst der Rücken beleimt. Die Walzen rotieren in einem Leimbecken und transportieren an ihrer Oberfläche den Klebstoff zum Buchblock. Die Klebstoff-Dicke auf den Walzen wird durch Rakeln gesteuert, die Klebstoff-Schicht auf dem Buchblock durch eine gegenläufige Walze („Spinner“) geglättet. Der Klebstoff-Auftrag kann einfach („One-Shot“) oder auch zweimal hintereinander erfolgen („Two-Shot“) um eine höhere Festigkeit zu erzielen. Als Klebstoffe werden Dispersions-Klebstoff, Hotmelt und PUR-Klebstoff eingesetzt, die zum Teil auch miteinander kombiniert werden können. Hotmelt und PUR-Klebstoff müssen im Klebebinder auf die erforderliche Arbeitstemperatur aufgeheizt werden. Nach der Rückenbeleimung erfolgt die Seitenbeleimung. Hier wird der Buchblock mit schmalen Auftragsscheiben auch vorne und hinten an der Rückenkante ca. 5-10 mm breit beleimt, um ihn danach zu fälzeln oder, bei der Fertigung von Broschüren, in den Umschlag auch seitlich einkleben zu können. Nach dem Beleimen wird der Buchblock gefälzelt, bevor er zum Umschlaganleger gelangt. Der Umschlaganleger führt die Umschläge zu, die beim Einlauf in den Klebebinder gerillt werden. Umschlag und Buchblock werden übereinander geführt und zusammengepresst. Bevor sich die Zangen wieder öffnen und der Buchblock den Klebebinder verlässt, wird er getrocknet (Dispersions-Klebstoff) bzw. abgekühlt (Schmelzklebstoff). Je nach Produkt und Ausführung werden nicht alle Stationen im Klebebinder benötigt und können nach Bedarf zu- oder abgeschaltet werden.