1. Im engeren Sinne die Richtung, in der die Fasern im Papier liegen. Da sich die Fasern bei der Herstellung von Papier mit der Langsieb-Papiermaschine immer in die Richtung legen, in der sich das Sieb bewegt, nennt man die Laufrichtung auch Maschinenrichtung. Während bei Rollenpapier die Laufrichtung damit auch immer der Roll-Richtung entspricht, hängt sie bei Format-Papier davon ab, wie der Papierbogen aus der Rolle heraus geschnitten wird (Breitbahn, Schmalbahn). Die quer zur Laufrichtung liegende Richtung wird als Dehnrichtung bezeichnet, da sich das Papier in dieser Richtung unter Feuchtigkeits-Einfluss ausdehnt. In der Buchbinderei und Druckweiterverarbeitung ist die Laufrichtung unbedingt zu beachten, da sich Papier in der Laufrichtung in vieler Hinsicht anders verhält als in der Dehnrichtung (z.B. Dehnung, Steifigkeit, Falzbarkeit). Bei Büchern sollte die Laufrichtung immer parallel zum Rücken liegen. Die Laufrichtung wird auf der Papier-Verpackung immer angegeben. Schmalbahn-Papier wird mit dem Kürzel SB gekennzeichnet, Breitbahn-Papier mit BB. Es kann aber auch die Dehnrichtung markiert sein, indem bei der Format-Angabe die entsprechende Seite unterstrichen ist (z.B. 61 x 86 cm für ein Schmalbahn-Papier).
  2. Im weiteren Sinne die fachgerechte Verarbeitungsrichtung verschiedener Werkstoffe in der Buchbinderei und Druckweiterverarbeitung. So spricht man auch bei Gewebe von einer Laufrichtung, die, wie bei Papier auch, der Roll-Richtung entspricht und damit parallel zur Webkante liegt. Die Laufrichtung bei Gewebe ist jedoch auf die Web-Technik zurückzuführen und steht damit in einem anderen Zusammenhang als bei Papier. Dennoch sollte auch bei verarbeitetem Gewebe die Laufrichtung immer parallel zum Rücken liegen.